PKV oder Zusatzversicherung? Privatarztkosten absichern
Die PKV (Private Krankenversicherung) ersetzt die gesetzliche Krankenkasse vollständig — Sie werden automatisch als Privatpatient behandelt und reichen GOÄ-Rechnungen bei Ihrer PKV ein. Eine ambulante Zusatzversicherung ergänzt die GKV: Sie bleiben gesetzlich versichert, bekommen aber Privatarzt-Honorare anteilig erstattet.
Letzte Aktualisierung: 28.05.2026
Als Kassenpatient kann ein Privatarzt-Besuch schnell 80–200 € kosten — und Ihre gesetzliche Krankenkasse erstattet diese Kosten grundsätzlich nicht. Wer häufig Privatärzte aufsucht oder sich IGeL-Leistungen wünscht, hat zwei Optionen: den Wechsel in die PKV oder eine ambulante Zusatzversicherung.
Erst ausrechnen, dann absichern
Wissen Sie, was ein konkreter Arztbesuch nach GOÄ kostet? Berechnen Sie es zuerst.
Option 1: Private Krankenversicherung (PKV)
Die PKV ersetzt die GKV komplett. Als PKV-Versicherter werden Sie in der Regel als Privatpatient behandelt — ärztliche Leistungen werden nach GOÄ abgerechnet und durch die PKV erstattet (Umfang je nach Tarif).
Wer kann wechseln?
- Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €/Jahr)
- Selbständige und Freiberufler (keine Einkommensgrenze)
- Beamte (mit Beihilfe ergänzend)
Vor- und Nachteile:
✅ Vorteile PKV
- Privatarzt-Status bei den meisten Ärzten
- Oft kürzere Wartezeiten (tarif- und praxisabhängig)
- Individuelle Tarifgestaltung
- Beitragsrückerstattung möglich
❌ Nachteile PKV
- Beiträge steigen mit dem Alter
- Rückkehr in GKV schwierig
- Familienmitglieder separat versichert
- Gesundheitsprüfung bei Antrag
Option 2: Ambulante Zusatzversicherung
Für GKV-Versicherte gibt es Ambulantzusatz- und Krankenhauszusatzversicherungen, die Privatarzt-Honorare, Sehhilfen, Heilpraktiker und mehr abdecken. Sie bleiben in der GKV und zahlen zusätzlich einen monatlichen Beitrag.
| Merkmal | PKV (Vollversicherung) | Zusatzversicherung |
|---|---|---|
| Monatsbeitrag (Ø) | 200–600 € | 15–60 € |
| GKV-Mitgliedschaft | Entfällt | Bleibt bestehen |
| Privatarzt-Erstattung | Vollständig (nach Tarif) | Anteilig (70–100 %) |
| Familienmitversicherung | Kostenpflichtig | GKV: kostenlos |
| Geeignet für | Gutverdiener, Selbständige | Alle GKV-Mitglieder |
| Rückkehr zur GKV | Sehr schwierig | Jederzeit kündbar |
Häufige Fragen
Wann lohnt sich der PKV-Wechsel?
Ein PKV-Wechsel lohnt sich typischerweise für Gutverdiener (ab der Versicherungspflichtgrenze, 2026: 77.400 €/Jahr), Beamte, Selbständige und gesunde Jüngere. Im Alter oder bei Vorerkrankungen können PKV-Beiträge erheblich steigen — eine sorgfältige individuelle Beratung ist unerlässlich.
Kann ich als Kassenpatient eine Privatarzt-Zusatz bekommen?
Ja. Ambulante Zusatzversicherungen für GKV-Versicherte decken häufig Privatarzt-Honorare, Sehhilfen und Heilmittel ab. Die Beiträge beginnen bei ca. 15–40 €/Monat, je nach Leistungsumfang und Gesundheitszustand.
Was deckt eine Zahnzusatzversicherung?
Zahnzusatzversicherungen erstatten Zahnersatz (Kronen, Implantate), professionelle Zahnreinigung und kieferorthopädische Behandlungen. Manche Tarife decken auch ambulante Privatleistungen beim Zahnarzt ab. Die Erstattung liegt je nach Tarif bei 70–100 % der Privatrechnung.
Quellen & Rechtsgrundlagen
- § 2 SVRechGrV 2026: Jahresarbeitsentgeltgrenze 77.400 € — buzer.de
- Verbraucherzentrale: Zusatzversicherungen zur GKV — sinnvoll oder nicht?
- Finanztip: Krankenversicherung — PKV vs. GKV im Vergleich
Zuletzt geprüft: Mai 2026
Weitere Informationen: GOÄ-Kostenrechner | GOÄ-Preise nach Arzttyp | Als Kassenpatient zum Privatarzt